... es funktioniert:

Posted on Dienstag, Januar 29, 2008 by Registered CommenterPascal Sieber | CommentsPost a Comment

Mit der Vision, Millionen von Kindern in Entwicklungsländern den Zugang zur Computer Technologie und ans Internet zu ermöglichen, wurde das One Laptop per Child Projekt ins Leben gerufen. Durch Massenproduktion, den direkten Vertrieb an Regierungen, die Verwendung von günstigen Hardware Kompenenten und Open Source Software sollten die Laptops zu möglichst tiefen Preisen hergestellt werden. 100$ - der Name ist Programm.

Zurzeit kostet der Laptop allerdings noch doppelt so viel wie geplant und nach einem anfänglichen Hype häuft sich die Kritik. Die Regierungen aus Nigeria und Libyen haben ihre informellen Kaufversprechen zurückgezogen und das erste Modell weist tatsächlich noch viele Mängel auf. So ist beispielsweise der Prozessor unglaublich langsam und der Hinweis, dass alle Dokumente automatisch gespeichert werden, hört sich leicht ironisch an, nachdem man soeben vergeblich eine Stunde mit Schreiben verbracht hat.200px-Green_and_white_machine.jpg

Die Grundidee sowie einige der Ausführungen sind aber total überzeugend. Mein Wg-Kollege, ein DJ, hat den Laptop gleich am ersten Abend stundenlang in Beschlag genommen und darauf Sounds produziert. Der Laptop lässt sich zu einem e-book reader zusammenklappen und Grafikprogramme sowie eine eingebaute Kamera sorgen für Unterhaltung. Die Kids sollen spielerisch lernen, mit dem Computer umzugehen. Und dank Open Source Software können angefressene Benutzer sogar etwas über Programmierung lernen.

Der Laptop verfügt über USB Anschluss und wireless Internetzugang. Da stellt sich natürlich die Frage, wie oft denn wireless Internet in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländern vorzufinden ist. Ansonsten ist das Gerät aber in Ländern mit Infrastruktur Problemen durchaus einsetzbar, dank sehr niedrigem Stromverbrauch (ab 0.2 Watt) und der Möglichkeit, die Batterie durch Kurbeln wieder aufzuladen. Zu meiner grossen Entäuschung ist mein Laptop jedoch ohne Kurbel geliefert worden. Ach.

Auch wenn der xo-laptop noch nicht besonders ausgereift ist, hat das Projekt enorm viel ins Rollen gebracht. Seit Projektbeginn arbeiten gleich mehrere Rivalen an ähnlichen, teilweise kommerziellen Produkten. Selbst die ehemalige Technikchefin des One Laptop Per Child Projektes hat ein Spin-Off gegründet, mit der Vision, den Laptop auch in den entwickelten Ländern auf den Massenmarkt zu bringen. Wenn dies die Produktionskosten der Laptops reduziert und Kinder aus benachteiligten Ländern vom technologischen Fortschritt profitieren können, ist damit allen ein Gefallen getan.

Als Fazit schliesse ich mich dem Kommentar des Econmists an: Negroponte’s Vision für einen 100$ Laptop hat zwar den richtigen Preis vorgegeben, aber noch nicht den richtigen Computer. Wie viele Pioniere hat er jedoch den Weg vorgegeben, dem andere folgen können.